Ich bin schon vor dem Weckerklingeln wach, spüre jeden Muskel meines Körpers. Frisch machen, frühstücken. An in die Schuhe und hoffen, dass es mit der Blase halbwegs geht. Im Garten des Hotels machen wir eine Reflexionsrunde und ein paar Aufwärmübungen, dann geht es los.

Hildegundis von Meer

Diese Äbtissin begleitet uns auf der heutigen Etappe. In Uerdingen brauchen wir knapp zwei Kilometer, um wieder auf den Jakobsweg zu stoßen, der bei Burg Linn beginnt. Hier hängt noch Rapunzel ihr Haar herab und schüttelt Frau Holle die Betten aus. Der Weg führt durch Parks und adrette Wohngegenden, bisweilen durch Wälder und Naturschutzgebiete. Nach 2,5 Stunden legen wir eine kleine Pause ein, gegen halb zwei treffen wir nach rund 18 km bei Haus Meer auf Gisela. Die Firmen lassen uns ihre Toiletten benutzen, im Garten dürfen wir picknicken.

Zu viel des Guten

Es warten noch knapp 6 km auf uns doch irgendwie nimmt es kein Ende. Zunächst läuft alles gut, wir passieren schöne Wohngegenden und landwirtschaftlich benutzte Flächen. Irgendwann zieht sich der Weg wie Kaugummi in Neuss am Kanal entlang. Meine Kräfte schwinden. Aus 6 sind 10 km geworden. Ich fahre zusammen mit vier anderen mit Gisela zum Ibis Hotel, das im Industriegebiet in der Nähe von Heinemann liegt.

Picknick vor der Tür

Der Hotelmensch ist die Unfreundlichkeit in Person. Da er für 15 Personen kein Essen zubereiten kann, hat Gisela für uns eingekauft – aber das dürfen wir im Hotel und auch auf der Terrasse nicht verzehren. Vor dem Haus nebenan stehen drei Bänke und ein Tisch. Der Nachtwächter erlaubt und, hier zu essen. Daniela und Sabrina fahren in die Stadt um Bier und Wein zu kaufen wir anderen bereiten das Essen zu. Sensationelle Gurken harmonieren mit nochmal geschnittenem Baguette, statt Ciabatta wird Buscetta gereicht. Wir haben sehr viel Spaß und verschwinden erst gegen zehn Uhr ins Bett.

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